Grünblättriger Schwefelkopf und Samtfußkrempling

Waldspaziergang der Neckargemünder Grünen mit Pilzkennerin Monika Ehemann - Steinpilze, Fliegenpilze und Champignons – und bei den meisten hört es kurz danach schon auf mit der Kenntnis unserer heimischen Pilze. Aber ist dieser hier essbar? Und wie hieß nochmal jenes Gewächs dort, das so sanft nach Knoblauch duftet? Monika Ehemann kennt sie alle. Die Lehrerin und ehemalige grüne Gemeinderätin hat sich ihr in Jahrzehnten angesammeltes Wissen über Pilze kürzlich amtlich bestätigen lassen und ist seither offiziell beurkundete Pilzsachverständige.

Für die Neckargemünder Grünen hatte sie sich am Sonntag dem 23.10. bereiterklärt, einen Einblick in ihre Erfahrungen zu geben und ein Grüppchen durch die hiesigen Wälder zu führen. Und was es da alles zu lernen gibt: Wer hätte gedacht, dass Pilze die vielleicht größten Lebewesen der Erde insgesamt sind. Das Myzel, das feine unterirdische Wurzelgeflecht, kann sich buchstäblich über Kilometer ausbreiten und was wir gemeinhin als Pilz bezeichnen, ist lediglich dessen Fruchtkörper. Davon nun gibt es allein hierzulande mehrere hundert verschiedene Arten und wenige Schritte neben dem stattlichen Speisepilz kann ein tödliches Exemplar stehen, das für den Laien so viel anders auch nicht aussieht.

Nach einer kurzen Einführung schwärmte die Gruppe unter Monika Ehemanns Führung aus und was auch immer ihr an Fundstücken präsentiert wurde, sie wusste aus dem Stegreif über die jeweiligen Besonderheiten zu berichten, konnte Zubereitungstipps anbieten und die oftmals ulkigen Namen zum Besten geben. Auch zu der uralten Frage „drehen oder schneiden“ bekamen die Teilnehmer eine klare Antwort: Herausdrehen, nicht schneiden, denn damit werde die Verletzung des empfindlichen Myzels möglichst gering gehalten. Mit gebührender Ehrfurcht wurde auch ein Exemplar des unscheinbaren aber höchst giftigen Knollenblätterpilzes betrachtet, von dem es heißt, die wenigen Zeitgenossen, die den Verzehr überlebt haben, schildern ihn als regelrecht wohlschmeckend.

Durchgefroren und mit mäßiger Ausbeute aber reich an neuem mykologischen Wissen konnten die Teilnehmer der Pilzwanderung am Ende des Vormittags den Heimweg antreten. Monika Ehemann bietet Pilzexkursionen an und ist auch für die Begutachtung von gesammelten Pilzen jederzeit unter 06223 / 1579 ansprechbar.