Endlagerung von Atommüll auch in Neckargemünd nicht möglich

Grüner Infostand mit Sonenschirm, Sonnenblumen Trecke, Anhänger, darauf gelbe Atommüllfässer Menschen in weissen Maleranzügen ziehen durch die Hauptstraße

Symbolische Aktion der Neckargemünder Grünen


Ein wenig irritiert waren die Blicke schon, die der kuriose Zug am Samstag dem 12. Juni auf seinem Weg durch die Stadt erntete: Mit einem museumsreifen Traktor und einigen giftig-gelben Fässern „Atommüll“ hatten sich die Demonstranten aufgemacht, in Neckargemünd nach einem möglichen Atommüll-Endlager zu suchen: Aufgerufen zu der ungewöhnlichen Aktion hatten die örtlichen Grünen, die damit die Absurdität der Situation unterstreichen wollten, dass mit der Kernenergie seit Jahrzehnten auf eine Technik gesetzt wird, die bislang ungelöste Fragen bezüglich der Entsorgung aufwirft und dass ganz aktuell bei der Bundestagswahl das Schwarz-Gelbe Lager sogar wieder eine Verlängerung der Laufzeiten für die bestehenden Atomkraftwerke plant.
Grüner Infostand mit Sonenschirm, Sonnenblumen Trecke, Anhänger, darauf gelbe Atommüllfässer Menschen in weissen Maleranzügen ziehen durch die Hauptstraße
Scan des Artikels aus der RNZ vom 17.9.09Angemessen mit Schutzanzügen und Atemschutzmasken ausgestattet wollten die Grünen deshalb bei dieser Aktion zeigen, dass auch hier am Ort eine zuverlässige und gefahrlose Lagerung von Strahlenmüll nicht möglich ist. Mit viel guter Laune und eindrucksvoller Schlagzeugbegleitung durch Stadtrat Thomas Schmitz-Günther wurden verschiedene Standorte in der Stadt besucht und begutachtet. Stadträtin Petra Groesser hatte augenzwinkernd erklärt: „Wir übernehmen Verantwortung: Man soll uns nicht nachsagen, wir hätten es nicht wenigstens versucht!“
Aber schon der erste Stopp geriet zum Flopp: Die Decke des Menzerkellers, so die mitgereisten „Geologen“, habe nicht die nötige Stabilität. Bundestagskandidatin Charlotte Schneidewind-Hartnagel klärte die Mitmarschierer über die Gefahren der Nutzung von Atomenergie auf, die schon allein was die Preise angingen, stets schöngerechnet werde, indem die immensen Kosten für Endlagerung, Rückbau der Anlagen, Sicherheit und Forschungsförderung bei der Allgemeinheit abgeladen werden.
Screenshot YoutTuber-Video: Trecker fährt zum Menzerpark
Screenshot YoutTuber-Video: Absprerrung am Menzerpark
Screenshot YoutTuber-Video: Rede Hermino Katzenstein am Tunneleingang
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Sehr junger Atomkraft-Gegner hinter Plakat: Schwarz-Gelb Nein Danke!Auch die Lagerung unter dem Hollmuth musste schweren Herzens aufgegeben werden: Zu feucht! Stadtrat Hermino Katzenstein nahm dies zum Anlass, in einem kurzen Exkurs über die Anforderungen an ein Endlager zu berichten, die idealerweise einen geologisch stabilen Salzstock, der durch eine Tondecke von grundwasserführenden Schichten abgeschirmt wird, umfassen sollten. Anforderungen, die in Gorleben nicht erfüllt seien - und andere Standorte seien aufgrund der politischen Festlegung auf Gorleben nicht ausreichend untersucht worden. Dasselbe Bild auf der Streuobstwiese in Kleingemünd: Wegen der Vielzahl der dortigen, teils geschützten Tierarten wurde der Schluss gezogen, dass sich eine Bebauung mit einem Endlager an dieser Stelle verbiete.
Zurück am Hanfmarkt zog Grünen Vorstand Stefan Geißler Bilanz und erklärte die Suche nicht ganz unerwartet für erfolglos – ein Grund mehr sich in Deutschland umgehend mit dem Grünen Konzept für sichere Energie in der Zukunft zu beschäftigen, für das die drei „E“s stehen: Einsparung! Effizienz! Erneuerbare Energien!
Grüner Infostand mit Sonenschirm, Sonnenblumen Trecke, Anhänger, darauf gelbe Atommüllfässer Menschen in weissen Maleranzügen ziehen durch die Hauptstraße
Stefan Geißler